Tsunami-Frühwarnsystem startet Ende 2008

  • 19. December 2007

Potsdam (dpa) - Drei Jahre nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien mit mehr als 230 000 Toten kommt die Einrichtung eines Frühwarnsystems im Indischen Ozean voran. Das System könne wie geplant Ende 2008 vollständig in Betrieb gehen, sagte Projektkoordinator Jörn Lauterjung vom GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam am Dienstag. Wichtige Meilensteine wie die Entwicklung der automatischen Erdbebenauswertungs-Software sowie die Unterwasserkommunikation zur Übertragung der Druckdaten vom Ozeanboden an ein Warnzentrum seien bereits entwickelt. Der Bund finanziere den Aufbau des Frühwarnsystems mit 45 Millionen Euro.

Schon jetzt können laut GFZ mit Hilfe des neuen Systems binnen vier Minuten nach einem Erdbeben vor Indonesien Aussagen über Stärke und Ort getroffen werden. Das System stützt sich vor allem auf land-, ozean- und satellitengestützte Instrumente. Dieses Konzept hatte eine Arbeitsgruppe unter Federführung des GFZ bereits drei Wochen nach der Katastrophe vom 26. Dezember 2004 vorgelegt. Damals hatte ein Seebeben vor der indonesischen Insel Sumatra einen Tsunami ausgelöst.

Das Beben hatte nach GFZ-Angaben eine Stärke von 9,3 und war damit der zweitstärkste bisher gemessene Bruch in der Erdkruste. Indonesien ist eine stark erdbebengefährdete Region. Verantwortlich dafür ist vor allem die Indoaustralische Platte, die sich im Sundabogen unter die Eurasische Platte schiebt. Tsunamis breiten sich nach Expertenangaben in tiefem Wasser mit der Geschwindigkeit von Düsenflugzeugen aus. Erst im flachen Wasser werden sie langsamer, türmen sich aber in küstennahen Bereichen zu Wellenhöhen von bis zu 30 Metern auf.

Auch das Tsunami-Warnsystem für das Mittelmeer und den Nordatlantik wird nach Angaben des GFZ seinen Probebetrieb im nächsten Jahr aufnehmen.

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