Häuser trocknen

  • 11. March 2011

 

Forscher untersuchen, wie sich mit Radiowellen Gemäuer trockenlegen lassen.

Die direkte Erwärmung unterschiedlicher Materialien mit Mikrowellen hat sich in den letzten Jahren in vielen Bereichen der Technik etabliert. Eine schnellere und kostengünstigere Technologie arbeitet mit Radiowellen, die eine größere Wellenlänge haben. Sie können tiefer ins Material eindringen, wodurch die Energie effektiver an die zu erwärmenden Stellen im Gemäuer gelangt. Zudem kann die Energie in alle Materialien eingebracht werden, weitgehend unabhängig von deren Feuchtigkeitsgehalt. Dieses Verfahren verwenden Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig).

Abb.: Für die Reinigung kontaminierter Böden konnten Radiowellen bereits erfolgreich genutzt werden. (Bild: André Künzelmann, UFZ)

Abb.: Für die Reinigung kontaminierter Böden konnten Radiowellen bereits erfolgreich genutzt werden. (Bild: André Künzelmann, UFZ)

Bei der Entwicklung der Radiowellen-Technologie stand ursprünglich die Reinigung von schadstoffbelasteten Böden im Mittelpunkt. Nun soll diese in der Bausanierung angewendet werden - zum einen zum Trocknen von Materialien, zum anderen zur chemikalienfreien Bekämpfung von Schädlingen. Da der Baustoff dabei nicht beschädigt wird, ist die Methode auch für die Sanierung von denkmalgeschützten Bauwerken reizvoll. Hierfür haben die Wissenschaftler die Technologie weiter entwickelt und bauen an der HTWK Leipzig eine weitere Versuchsanlage. An dieser testen die Forscher, wie die Materialien auf die Radiowellen reagieren. So untersuchen sie beispielsweise, ob sie sich gleichmäßig erwärmen und ob, beziehungsweise unter welchen Bedingungen, Risse auftreten. Darüber hinaus wird untersucht, ob sich das Verfahren zum Entfernen von Salzen und Heizöl in Gemäuern eignet.  Die Forschungstätigkeit findet im Rahmen des Projekts "Innovation durch Einsatz der Radiowellen-Technologie im Bauwesen" statt, das vom Bundesforschungsministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt wird.

UFZ / MH

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  • 30. November 2017

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