Philips in Deutschland stärker

  • 23. April 2004

Philips in Deutschland stärker

Hamburg (dpa) - Der niederländische Philips-Konzern hat seine Marktposition in Deutschland im vergangenen Jahr ausgebaut. Wegen des hohen Kostendrucks denkt das Unternehmen aber für Teilbereiche über die Einführung der 40-Stunden-Woche ohne vollen Lohnausgleich nach.

«Bei Audio- und Videogeräten sind wir mit einem Anteil von mehr als 13 Prozent zum Marktführer aufgestiegen und haben Sony an dieser Position abgelöst», sagte Walter Conrads, Sprecher der Geschäftsführung der Philips GmbH, am Donnerstag in Hamburg. Wegen des Preisdrucks in dem rückläufigen Markt habe Philips zwar in diesem Bereich Umsatz verloren, aber weniger als die Konkurrenz.

Philips profitiere von Produkten und Technologien, die stark wachsen und in denen der Konzern Marktführer sei. Als Beispiel nannte der deutsche Philips-Chef die Flachbildschirme oder die Xenon-Autolampen. Etwa jeder fünfte Philips-Mitarbeiter in Deutschland sei im Bereich Forschung und Entwicklung tätig. Wo hingegen Standardprodukte - wie etwa Halbleiter - gefertigt würden, müsse die Wettbewerbsfähigkeit auch über Kosten hergestellt werden. «Wir werden im Laufe des Jahres das Gespräch suchen, ob wir hier zu einer 40- Stunden-Woche ohne den bisherigen Lohnausgleich kommen können», sagte Conrads. Davon könnten die Standorte Hamburg und Böblingen mit zusammen rund 3000 Mitarbeitern betroffen sein.

Conrads betonte, im Gegensatz zu vielen anderen multinationalen Konzernen habe Philips die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland in den vergangenen Jahren bei rund 11 000 stabil gehalten. «Die deutsche Philips war auch im konzernweiten Wettbewerb um Investitionsmittel erfolgreich, und das ist beachtlich», sagte Conrads. So entschied sich der Konzern, am Standort Böblingen für rund 20 Millionen Euro eine Fabrik für eine neue Bildschirmtechnologie zu bauen. Insgesamt investierte Philips 2003 in Deutschland rund 100 Millionen Euro und will dieses Niveau auch im laufenden Jahr halten.

Insgesamt stieg der Umsatz der deutschen Philips 2003 um ein Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Rechnet man die Verkäufe einiger kleinerer Aktivitäten heraus, so ergibt sich ein Wachstum von drei Prozent auf vergleichbarer Basis. Größter Unternehmensbereich ist mittlerweile die Wachstumsstarke Medizintechnik mit einem Anteil von 27 Prozent. Den Gewinn nannte Conrads nicht; er liege jedoch auf Vorjahresniveau bei einem mittelgroßen zweistelligen Millionenbetrag. Das erste Quartal des laufenden Jahres habe sich gut angelassen, so dass auch im Gesamtjahr mit einem steigenden Umsatz und Gewinn zu rechnen sei.

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