Konkurrenz für GPS

  • 21. December 2004


Konkurrenz für GPS

Die heiße Vorbereitungsphase für die europäische GPS-Konkurrenz Galileo kann beginnen.

Paris/München (dpa) - Die heiße Vorbereitungsphase für das europäische Milliarden-Projekt Galileo für die Satelliten-Navigation kann mit dem Bau der ersten vier Satelliten und mehrerer Bodenstationen beginnen. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und Galileo Industries GmbH unterzeichneten am Dienstag in Paris den Vertrag über den ersten Finanzierungsabschnitt im Wert von 150 Millionen Euro. Es ist nach Angaben der ESA die erste Etappe bei Gesamtkosten von 950 Millionen Euro für den Aufbau und die Tests des Satellitennavigationssystems. Auf die ersten vier Satelliten sollen dann noch 26 weitere folgen.

In der begonnenen Erprobungsphase des Galileo-Systems, das dem amerikanischen GPS Konkurrenz machen soll, ist Ende 2005 der Start eines ersten Testsatelliten an Bord einer Sojus-Trägerrakete geplant. Um den Erfolg dieser Phase zu sichern, werden von der europäischen Industrie nach den ESA-Angaben zwei Satelliten gleichzeitig gebaut.

Die EU-Verkehrsminister hatten am 10. Dezember den privaten Investoren zugesichert, ein Drittel der Kosten zu übernehmen, um das System ohne Verzögerung nach 2008 nutzen zu können. Bisher hat die EU für die Galileo-Entwicklung 1,1 Milliarden Euro ausgegeben. Für die Stationierung des Systems gibt die EU-Kommission grob einen Betrag von 2,1 Milliarden Euro an. Davon soll die Industrie zwei Drittel übernehmen. Galileo wird mit dem US-System GPS verbundfähig bleiben.

Galileo Industries mit Sitz in Ottobrunn bei München ist ein Gemeinschaftsunternehmen der führenden europäischen Raumfahrtunternehmen, an dem die EADS Astrium GmbH mit 38 Prozent größter Teilhaber ist. EADS Astrium (Ottobrunn) ist 100-prozentige Tochter der EADS Space, der Raumfahrtsparte des Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns EADS.

Geschäftsführer Evert Dudok von EADS Astrium sieht in der Realisierung des Galileo-Navigationssystems ein Schlüsselprojekt für den Technologiestandort Deutschland. «Die Effekte gehen weit über die Raumfahrt hinaus», sagte Dudok am Dienstag in München. Mit neuen Produkten und Dienstleistungen im Bereich Satellitennavigation würden gerade auch kleine und mittlere Unternehmen von dem insgesamt mehr als drei Milliarden Euro teuren Galileo-Projekt profitieren.

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