Studie: Start-ups in der Mikro- und Nanotechnik

  • 19. April 2006




Start-ups in der Mikro- oder Nanotechnik, die aus einem Unternehmen oder Forschungsinstitut ausgegründet werden, wachsen schneller als Ausgründungen aus Hochschulen.

Die berufliche Herkunft von Unternehmern, die eine Mikro- oder Nanotechnik-Firma gründen, wirkt sich auf den Erfolg des Unternehmens aus: Start-ups, die aus einem Unternehmen oder Forschungsinstitut ausgegründet werden, wachsen schneller als Ausgründungen aus Hochschulen. Weitere Erfolgsfaktoren für Mikro- und Nanotechnik-Start-ups sind die Finanzierung und der Unternehmensstandort.

Start-ups, die aus einem Unternehmen oder einem Forschungsinstitut ausgegründet wurden, wachsen schneller als Universitäts-Spin-offs. (Quelle: IVAM Research)

Dies sind Ergebnisse einer Befragung von Unternehmern, die zwischen 2000 und 2005 in Deutschland eine Mikro- oder Nanotechnik-Firma gegründet haben. Die Ergebnisse werden am 24. April 2006 im "Gründungsmonitor Mikro- und Nanotechnik 2006" veröffentlicht und während der Hannover Messe auf dem Forum der MicroTechnology "Innovations for Industry" vorgestellt. Die Studie wurde von IVAM Research, dem Geschäftsbereich Marktforschung des IVAM Fachverbandes für Mikrotechnik, in Zusammenarbeit mit dem dortmund-project durchgeführt.

Wie ein Vergleich der befragten Unternehmen zeigt, ist die Herkunft der Gründer ausschlaggebend für das mittelfristige Wachstum der Mikro- und Nanotechnik-Start-ups. Ausgründungen aus Hochschulen erzielen in den ersten Jahren ein geringeres Wachstum in Bezug auf Umsatz und Mitarbeiter als Spin-offs aus Forschungsinstituten und bestehenden Unternehmen. Mögliche Ursachen sind die fehlende Industrieerfahrung der Hochschul-Ausgründer und die mangelnde Verknüpfung von technischen und betriebswirtschaftlichen Studiengängen an den Hochschulen.

Ein Faktor, der das Wachstum der Start-ups positiv beeinflusst, ist eine ausreichende Finanzierung in der Startphase. Start-ups, die Risikokapital oder Fördermittel erhalten, wachsen schneller als Unternehmen, die ohne diese finanzielle Unterstützung auskommen müssen. Gerade für die frühe Unternehmensphase war jedoch in den letzten Jahren in Deutschland wenig Risikokapital zu bekommen. Von der schwierigen Finanzierungssituation sind Mikro- und Nanotechnik-Start-ups, die oft hohe Anfangsinvestitionen für die technische Ausstattung brauchen, besonders betroffen.

Die Finanzierung des Start-ups wirkt sich auf den Erfolg des Unternehmens aus: Unternehmen, die Fördermittel oder Risikokapital erhalten, wachsen schneller als Unternehmen, die ohne Förderung oder Risikokapital auskommen müssen. (Quelle: IVAM Research)

Zudem wirkt sich der Standort auf den Erfolg des Unternehmens aus. Start-ups wachsen schneller, wenn sie sich in einem Cluster ansiedeln - an einem Standort also, an dem sich bereits mehrere Unternehmen und Einrichtungen gleicher wirtschaftlicher Ausrichtung befinden. Gründer, die Standorte analysieren und vergleichen, siedeln sich wesentlich häufiger als der Durchschnitt in bestehenden Clustern an. Die Standorte Dortmund, Berlin, München und Jena - die vier größten Mikro- und Nanotechnik-Cluster in Deutschland - sind bei diesen Gründern besonders beliebt.

Die Ergebnisse des Gründungsmonitors sollen unter anderem dazu beitragen, standortpolitische Maßnahmen, zum Beispiel im Rahmen von Cluster-Initiativen, so effizient wie möglich zu gestalten. Standorte, die Start-ups anlocken wollen, stehen vor der Herausforderung, Defizite bei den allgemeinen Rahmenbedingungen auszugleichen - zum Beispiel, indem sie Gründern Infrastruktureinrichtungen mit Laboren, Reinräumen und Anlagen zur Verfügung stellen. Durch die Nutzung solcher Einrichtungen können Mikro- und Nanotechnik-Gründer hohe Investitionen in der Startphase vermeiden und die Entwicklungszeiten für ihre Produkte verkürzen.

Der Gründungsmonitor Mikro-/Nanotechnik erscheint am 24. April 2006. Die Studie kann für 115,00 Euro bei IVAM Research bestellt werden.

Quelle: IVAM Fachverband für Mikrotechnik

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