Nanotechnik - Chancen und Risiken

  • 28. August 2006



Das Umweltbundesamt informiert in einem Hintergrundpapier über die umweltrelevanten Aspekte der Nanotechnik.

Sie sind in Sonnencremes enthalten, machen Textilien Schmutz abweisend und Lacke kratzfest: Nanopartikel. Diese Produkte der Nanotechnik - kleiner als 100 Nanometer, das heißt, mehr als 1.000 mal kleiner als der Durchmesser eines Menschenhaares - erobern in rasch wachsender Zahl den Markt und wirken positiv auf die Wirtschaft. Allein in Deutschland arbeiten im Jahr 2006 etwa 550 Unternehmen mit Nanotechnik, das sind rund 50.000 Beschäftigte in dieser Branche. Auch die Umwelt profitiert von der neuen Nanotechnik. Sie macht es möglich, Rohstoffe und Energie bei der Entstehung von Produkten effizienter zu nutzen und so Emissionen sowie den Energieverbrauch zu verringern. Gleichzeitig ist noch sehr wenig über die Exposition der Menschen und der Umwelt durch Nanopartikel und deren Wirkung bekannt. Das Umweltbundesamt (UBA) hat jetzt in einem Hintergrundpapier das aktuelle Wissen über Umweltentlastungspotenziale zusammengefasst, Risiken für Mensch und Umwelt benannt und Handlungsempfehlungen formuliert.

In der Nanotechnik werden Partikel oder Oberflächen, die mindestens in einer Dimension kleiner als 100 Nanometer sind, hergestellt, untersucht oder angewendet. Künstlich erzeugte Nanopartikel und nanoskalige Systemkomponenten besitzen neue Eigenschaften, die gezielt zur Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen genutzt werden. Die Nanotechnik wird in den kommenden Jahrzehnten die Industrie in vielen Bereichen - unter anderem Automobilindustrie, Maschinenbau, Chemie, Bio- und Umwelttechnik - stark beeinflussen und hat das Potenzial zur grundlegenden Veränderung ganzer Technikfelder. Dabei bietet die Nanotechnik erhebliche ökologische Innovationspotenziale, aber auch nicht unerhebliche Umwelt- und Gesundheitsrisiken, über die allerdings noch immer zu wenig bekannt ist.

Das Umweltbundesamt prüft und bewertet umweltrelevante Aspekte der Nanotechnik. Das Hintergrundpapier informiert über deren Chancen und Risiken. Dabei zeigen Beispiele, wie Nanotechnik hilft, Rohstoffe und Energie einzusparen, Umweltschutztechniken zu verbessern und den Einsatz gefährlicher Stoffe zu vermindern oder zu unterlassen. Daten, die die bessere Umweltverträglichkeit konkreter Anwendungen untermauern, liegen derzeit nur vereinzelt vor. Das UBA will diese Techniken fördern und benötigt zur Demonstration ihres umweltfreundlichen Potenzials weitergehende Informationen.

Mit dem zunehmenden Einsatz künstlich erzeugter Nanopartikel ist zukünftig mit einem vermehrten Eintrag in die Umwelt zu rechnen. Die breiten Anwendungsmöglichkeiten der Nanotechnik und die unterschiedlichen Nanomaterialien erfordern ein differenziertes Vorgehen bei der Beurteilung eines möglichen Risikos für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Das Hintergrundpapier diskutiert ausführlich die gegenwärtigen Wissensdefizite über die Exposition der Menschen und die Umwelt durch Nanopartikel sowie die möglichen Risiken. Um diese Risiken identifizieren und Vorkehrungen für deren Verminderung treffen zu können, besteht großer Informationsbedarf. Dieser betrifft beispielsweise die Erfassung der Produktion und des Verbrauchs der verschiedenen in Produkten verwendeten Nanopartikel sowie die Beurteilung ihrer Wirkungen.

Quelle: Umweltbundesamt (UBA)

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