Daimler forciert Serienreife für Elektroautos

  • 11. August 2008

Stuttgart (dpa) - Daimler treibt mit Nachdruck die Serienreife für Elektroautos voran. «Ab 2010 sind wir sehr nah am Serienprodukt und werden mit kleineren Stückzahlen im dreistelligen Bereich beginnen», sagte Forschungs- und Entwicklungsvorstand Thomas Weber in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Stuttgart. «Unser Ziel ist, ab 2010 mit Elektrofahrzeugen kostendeckend zu sein und die E-Mobilität breit auszurollen. Ab 2012 sind wir dann bei den Stückzahlen in einer Größenordnung von 10 000 Fahrzeugen.»

Auch wegen des extremen Anstiegs der Kraftstoffpreise forciere Daimler die Entwicklung des Elektroantriebs und der Brennstoffzelle, sagte Weber. «Wir werden 2009 mit einer Lithium-Ionen-Batterie im smart die nächste Stufe zünden.» Ein Jahr später will der Autobauer dann mit dem Zweisitzer-smart und der Mercedes A-Klasse auf den Markt kommen. «Das sind nicht nur Ankündigungen. Das werden wir auch tun», versicherte der Entwicklungschef.

80 Prozent der Mobilität der «europäischen Normalkunden» liege bei 40 bis 50 Kilometer pro Tag. «Das ist für eine leistungsfähige Lithium-Ionen-Batterie kein Problem. 100 Kilometer Reichweite trauen wir unserem smart-Elektrofahrzeug sicher zu», teilte Weber mit. Der Autobauer setze daher bei den Fahrzeugen mit komplett emissionsfreiem Antrieb vor allem auf die großen Metropolen als Einsatzort.

Als absatzstärksten Markt sieht der Manager Europa, weil dort die Sensibilität für Umweltthemen am stärker ausgeprägt sei. Daneben seien Kalifornien und New York weitere attraktive Märkte für Elektrofahrzeuge. Um weitere Daten über die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge und das Kundenverhalten zu bekommen, plane Daimler weitere Tests neben dem bereits laufenden Modellversuch mit dem Elektro-smart in London. «Berlin ist dabei sehr interessant, auch Paris oder Rom kämen infrage. Wir sprechen mit verschiedenen Interessenten», kündigte Weber an. In London testet Daimler seit 2007.

Das Vorstandsmitglied betonte, dass die Gewinnwarnung des Konzerns zum zweiten Halbjahr keine Auswirkungen auf das Forschungs- und Entwicklungsbudget haben wird. «Wir haben schon vor Monaten die entsprechend Weichen gestellt, dass wir massiv in die Zukunftsthemen investieren», sagte Weber. «Das kostet natürlich Geld, aber Vorstand und Aufsichtsrat sind dazu fest entschlossen.» Fast die Hälfte der Investitionen stecken die Stuttgarter nach seinen Angaben inzwischen in das Thema «Green Technologies».

Gespräch: Bernd Glebe, dpa

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