Metop-C erfolgreich gestartet

  • 08. November 2018

Europäischer Satellit soll präzisere Wettervorhersagen ermöglichen.

Der europäische Wetter­satellit „Metop-C“ ist gestern an Bord einer Sojus-Rakete vom europäischen Weltraum­bahnhof in Kourou gestartet. Metop-C ergänzt die beiden bau­gleichen Satelliten Metop-A und Metop-B, die im Oktober 2006 beziehungs­weise im September 2012 gestartet sind. Betrieben werden sie von Eumetsat, der Euro­päischen Orga­nisation für die Nutzung meteoro­logischer Satelliten. Deutschland ist über das Raumfahrt­management des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR mit rund 21 Prozent an der Satelliten­entwicklung beteiligt.

Abb.: Künsterlische Darstellung des Metop-C Wettersatelliten in einem polarumlaufenden Orbit in 817 Kilometern Höhe. (Bild: ESA)

Abb.: Künsterlische Darstellung des Metop-C Wettersatelliten in einem polarumlaufenden Orbit in 817 Kilometern Höhe. (Bild: ESA)

Die jeweils sieben Haupt­instrumente, die sich an Bord der beiden älteren Satelliten befinden, haben schon jetzt die Qualität der Wetter­vorhersage signi­fikant verbessert. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Überwachung von Klima­veränderungen wie beispiels­weise des Ozonlochs. Mithilfe der Metop-Daten konnten die Vorhersage­modelle 2017 um 27 Prozent genauer werden. Die Qualität der mehrtägigen Wetter­prognosen hat sich dadurch erheblich verbessert. Insbe­sondere der Zeitraum für Kurzfrist­prognosen hat sich um einen Tag verlängert. Mit Metop-C soll die Wetter­vorhersage noch präziser werden.

„Unser Auftrag ist die fachliche Über­wachung des Metop-Programms, dafür stellt uns das Bundes­ministerium für Verkehr und digitale Infra­struktur die ent­sprechenden Mittel zur Verfügung“, erläutert Thomas Ruwwe, Metop-Programm-Manager im DLR Raumfahrt­management in Bonn. Die Nutzlast­module sowie das Instrument ASCAT (Advanced Scattero­meter) stammen ebenfalls aus Deutschland, sie werden bei Airbus in Friedrichs­hafen gebaut. Das Radar­instrument ASCAT beobachtet die Wasser­reflektionen der Meere. „Aus diesen Wellen­bildern können Rückschlüsse auf Windge­schwindigkeit und -richtung gezogen werden“, so Ruwwe weiter. „Diese stellen einerseits wichtige Eingangs­größen für die Wetter­vorhersage dar und finden anderer­seits bei der maritimen Routen­planung Verwendung.“

Metop-A hat seine geplante sechs­jährige Lebens­dauer weit über­schritten, ist aber noch in einem guten Zustand. Dies wird auch für Metop-B erwartet. Deshalb wird Metop-C zusammen mit seinen beiden Geschwistern zunächst in der Tristar-Konfi­guration betrieben. Die Satel­liten werden dabei auf der gleichen polaren Umlauf­bahn in 817 Kilometern Höhe einen Abstand von 120 Grad haben, sodass der gleiche Ort auf der Erdober­fläche mehrfach am Tag erfasst wird. Durch die relativ niedrige Umlaufbahn messen die Metop-Instru­mente eine Vielzahl von Beobachtungsgrößen mit deutlich höherer Genauig­keit als die geosta­tionären Satelliten der Meteosat-Reihe. Thomas Ruwwe: „Die Metop-Satelliten überfliegen die Pole und sammeln für die Wetter­vorhersage wichtige Beobach­tungen aus diesen Regionen. Geosta­tionäre Satelliten liefern hier nur unzu­reichende Daten.“ Die Instrumente der Metop-Satel­liten messen Temperatur- und Feuchtigkeits­profile in Abhän­gigkeit von der Höhe, die für die Wetter­vorhersagen wesentlich sind. Außerdem erfassen sie den Zustand der Wolken, die Temperatur über Meer und Land sowie die Konzen­tration wichtiger Spuren­gase wie zum Beispiel Ozon in der Atmo­sphäre.

Das Nachfolge­system Metop-SG (Second Gene­ration) befindet sich derzeit in der Entwicklungs­phase und wird voraus­sichtlich ab 2023 Metop ersetzen. Die zweite Generation wird aus zwei Satelliten­typen bestehen, Metop SG-A und Metop SG-B, von denen jeweils drei Satelliten gebaut werden. Die Metop-SG-A-Satelliten haben optische Instrumente an Bord, darunter die beiden deutschen Bei­stellungen METimage und das Sentinel-5-Instrument. Bei der B-Serie besteht die Nutzlast haupt­sächlich aus Mikrowellen­instrumenten, von denen das SCA-Scattero­meter als ASCAT-Nachfolger wiederum in Deutschland gebaut wird. Ein Scattero­meter oder Streu­strahlungs­messer dient der Messung der Meeresober­flächenrauhig­keit.

DLR / JOL

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