Globale Ozon-Inventur

  • 07. February 2018

Grundlage bildet die weltweit umfang­reichste Daten­sammlung boden­naher Ozon­messungen.

Weit oben schützt es vor gefähr­licher UV-Strahlung, in den unteren Luft­schichten schadet es der Gesundheit. Ein inter­nationales Forscher­team aus 14 Instituten hat den bislang umfas­sendsten Bericht darüber vorgelegt, wie sich die boden­nahen Ozon-Konzentrationen global in den letzten 15 Jahren entwickelt haben. Es ist die erste Studie dieser Art, die sich auf alle weltweit verfüg­baren Messdaten von insgesamt über 4800 Mess­stationen stützt. Grundlage der Auswertung war eine im Herbst letzten Jahres veröffent­lichte, vom Jülich Super­computing Centre betrie­bene Daten­bank. Dabei handelt es sich um die weltweit umfang­reichste Datensammlung boden­naher Ozon­messungen, die alle global verfüg­baren Messdaten von 1975 bis heute in einheit­lichem Format frei zugänglich macht.

Abb.: Mittlere Tageshöchstwerte der globalen Ozonkonzentration in der warmen Jahreszeit. (Bild: U. Leicester / FZJ)

Abb.: Mittlere Tageshöchstwerte der globalen Ozonkonzentration in der warmen Jahreszeit. Vergrößerte Ansicht auf Mausklick. (Bild: U. Leicester / FZJ)

Die Wissen­schaftler fanden unter Feder­führung der Univer­sitäten in Leicester und Edin­burgh in vielen Regionen Ozonwerte vor, die für die Gesundheit der Menschen poten­ziell schädlich sind. In Europa und Nord­amerika ist die mittlere Konzen­tration in den letzten 15 Jahren zurück­gegangen. Im ostasia­tischen Raum nahm sie dagegen gebiets­weise zu. Inner­halb der einzelnen Regionen variieren die Werte jedoch stark. Den Anstieg in den ostasia­tischen Ländern führen die Forscher auf die wirtschaft­liche Ent­wicklung und den damit zusammen­hängenden Emissionen in diesen Regionen zurück.

„Ozon ist ein sekun­däres Spurengas. Es entsteht in Boden­nähe unter Einfluss des Sonnen­lichts in komplexen chemischen Reaktionen aus Vorläufer­schadstoffen. Eine wichtige Rolle spielen Stick­oxide, die zu einem großen Teil aus dem Verkehr stammen und zeit­weilig zu hohen Ozon­werten in den Städten führen“, erklärt Martin Schultz vom Jülich Super­computing Centre. Die Auswirkungen von Ozon auf die Gesund­heit seien schon lange bekannt. Zum Schutz der Bevöl­kerung gelten europa­weite Grenzwerte.

Die aktuellen Ergebnisse zielen darauf ab, ein möglichst umfas­sendes Bild der globalen Verän­derung der Ozon-Konzen­tration zu erstellen. Als Daten­basis diente den Forschern das im Herbst 2017 veröffent­lichte weltweit größte Daten­archiv zur Luftqualität am Forschungs­zentrum Jülich. Drei Jahre Entwicklungs­arbeit waren nötig, um Messdaten von über 13000 weltweit verstreuten Mess­stationen zu vereinen und der Wissen­schafts-Community über ein Web-Interface frei zugäng­lich zu machen.

FZJ / JOL

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