Wächter der Atmosphäre

  • 16. October 2017

Umweltsatellit Sentinel-5P erfolgreich gestartet.

Welche Spurengase sind in der Atmosphäre? Wie hoch sind die globalen und regio­nalen Fein­staub­konzen­tra­tionen? Welche Prozesse stecken hinter Ver­än­de­rungen der Atmo­sphäre und wie wirkt sich das auf Klima und Luft­qualität aus? Ant­worten auf diese Fragen soll der jüngste Satellit des europä­ischen Erd­beob­ach­tungs­pro­gramms Coper­nicus geben: Sentinel-5P ist am 13. Oktober vom russi­schen Welt­raum­bahnhof Plesetsk ins All gestartet. Sentinel-5P ist Teil einer Satel­liten­flotte, die seit 2014 auf­ge­baut wird. Bis 2030 soll das in Qualität und Quantität welt­weit einzig­artige Umwelt­über­wachungs­programm zwanzig Satel­liten um­fassen.

Sentinel 5-P

Abb.: Start von Sentinel 5-P am 13. Oktober. (Bild: DLR)

„Sentinel-5P schließt weitestgehend die Lücke der Messung von Spuren­gasen zwischen dem europä­ischen Umwelt­satel­liten ENVISAT und Sentinel-5, das als Sensor auf den MetOp-Wetter­satel­liten der zweiten Genera­tion ab 2021 zur Ver­fügung stehen wird. Mit Sentinel-5P wird zudem der erste Atmo­sphären­sensor des Coper­nicus-Programms in Betrieb genommen", erläutert Albrecht von Bargen vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raum­fahrt.

Der rund 820 Kilogramm schwere Sentinel-5P beobachtet aus 824 Kilometern Höhe die Spuren­gase der Erd­atmo­sphäre. Mit seinem Mess­instru­ment TROPOMI – Tropo­spheric Moni­toring Instru­ment – ist der Satellit in der Lage, Tag für Tag wichtige Infor­mationen über die Luft­ver­schmutzung, den Zustand der Atmo­sphäre sowie die Ände­rung des Klimas zu liefern. Mit einem Sicht­feld von 2600 Kilo­metern, knapp tausend hoch­auf­lösenden Spektral­kanälen und einer hohen räum­lichen Auf­lösung wird Sentinel-5P jeden Tag den gesamten Planeten kartieren und setzt auch tech­nisch neue Standards. TROPOMI misst im ultra­violetten, sicht­baren, nahen und kurz­welligen infra­roten Wellen­längen­bereich und kann einen weiten Bereich an Luft­schad­stoffen beob­achten. Die Ergeb­nisse werden im Coper­nicus-Atmo­sphären­dienst ein­gesetzt, um Daten auch zu regio­naler Luft­ver­schmutzung zur Ver­fügung zu stellen. Immer mehr öffent­liche Ein­rich­tungen greifen darauf zurück, um die Bürger bei Schad­stoff­belas­tungen in dicht besie­delten Gebieten zu warnen.

Die Mission soll aber auch andere Daten bereitstellen, wie zum Beispiel für die Über­wachung von Vulkan­asche für die Flug­sicher­heit oder für Warnungen vor zu hoher UV-Strah­lung. Bedeutend ist die Fort­setzung der Zeit­reihen der Mess­instru­mente GOME, SCIAMACHY, GOME-2 und MIPAS durch Sentinel-5P: Lang­jährige Klima­daten­sätze werden damit fort­ge­schrieben und finden Ein­gang in den Coper­nicus-Klima­dienst.

DLR / RK

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  • 30. November 2017

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