Wertschöpfungskette der Solarindustrie bricht auseinander

  • 16. August 2017

Abhängigkeit von Zellproduktionen im Ausland steigt weiter an.

Das Pariser Klimaabkommen sieht eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deut­lich unter zwei Grad vor. Um dieses Ziel erreichen zu können, ist der ver­stärkte Ausbau aller erneuer­baren Energien not­wendig. Die Photo­voltaik hat mit kräftigen Kosten­senkungen in den ver­gan­genen Jahren gezeigt, dass sie einen öko­lo­gischen und öko­no­mischen Beitrag zur Energie­wende leisten kann. Die Produk­tions­techno­logie für Solar­energie stammt nach wie vor größten­teils aus Deutsch­land. Derzeit bricht die Her­stel­lungs­kette in Europa und Deutsch­land jedoch gerade an einer ent­schei­denden Stelle aus­ein­ander: der Zell­her­stel­lung. Die Abhän­gig­keit von Zell­pro­duk­tionen im Aus­land steigt damit weiter an.

„Gerade für die Weiterentwicklung der Photovoltaik benötigen wir die effek­tive und konti­nuier­liche Zusam­men­arbeit von Forschung, Maschinen­bau und auch Zell­her­stel­lung, um mit unseren Maschinen welt­weit konkur­renz­fähig zu bleiben. Wenn diese Kette unter­brochen wird, droht die große Gefahr, dass mittel­fristig auch die Akti­vi­täten im Bereich Forschung & Ent­wick­lung sowie Maschinen­bau ver­loren gehen“, warnt Stefan Rinck, Vor­sit­zender Aus­schuss Forschung und Inno­va­tion im VDMA und Vorstands­vor­sit­zender der Singulus Techno­logies AG.

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau lebt von Innovationen, dafür wird die gesamte Wert­schöpfungs­kette von Material- und Anlagen­her­stel­lern über die Zell- und Modul-Produ­zenten bis hin zu starken Forschungs­insti­tuten benötigt. Es ist daher Auf­gabe der Politik, die rich­tigen Rahmen­bedin­gungen zu schaffen, um die Photo­voltaik-Pro­duk­tion auch künftig am Stand­ort Europa und Deutsch­land halten zu können. Die Photo­voltaik-Aus­rüster im Maschinen­bau fordern von der künf­tigen Bundes­regie­rung einen länger­fris­tigen und stabilen Rahmen, der eine Strom­wende in allen Sektoren ermög­licht. Die Aus­bau­pfade der erneuer­baren Energien müssen konse­quent weiter­ent­wickelt werden. Der wach­sende Bedarf aus der Sektor­kopplung heraus ist dabei zu berück­sich­tigen.

Grundlage für den weiteren Erfolg der Maschinenbauer im Photo­voltaik­sektor sind hohe Auf­wen­dungen der Unter­nehmen für Forschung und Ent­wick­lung und inves­titions­för­dernde Rahmen­bedin­gungen des Staates. Ent­schei­dend ist eine inter­national wett­bewerbs­freund­liche Steuer- und Abgaben­last. Die finan­zielle Aus­stat­tung der indus­triellen Gemein­schafts­forschung ist zu erhöhen, die breiten­wirk­same Verbund­forschung braucht Stabi­lität.

Die Investitionen in die Entwicklung von Materialien, Prozesse und Anlagen für die Photo­voltaik haben bereits zu großen Kosten­senkungen geführt. Die Produk­tions­kosten von Photo­voltaik­modulen, die mehr als die Hälfte der Kosten einer Solar­anlage aus­machen, sinken mit jeder Ver­doppe­lung der welt­weiten Pro­duk­tion im Durch­schnitt um 22,5 Prozent. Die Photo­voltaik-Indus­trie in Deutsch­land mit ihren Material-, Zell-, Modul- und Anlagen­her­stellern sowie einer starken Forschungs­land­schaft haben den größten Teil der Ent­wick­lung hierfür geleistet. Die Her­stell­kosten von Solar­modulen sind in den letzten sechs Jahren um gut 75 Prozent gesunken. Bei einer welt­weiten Solar­instal­lation von 308 Giga­watt bis Ende 2016 und einer im Zeit­raum 2016 bis 2021 erwar­teten Instal­lation von weiteren 425 Giga­watt ist mit einer weiteren Redu­zie­rung der Kosten bis 2021 zu rechnen. Aus­schrei­bungen in Deutsch­land weisen für Solar­strom bereits Gebote von weniger als 6 Euro-Cent je Kilo­watt­stunde auf, in sonnen­reichen Ländern wie Dubai sind es sogar weniger als 2,5 Dollar-Cent.

VDMA / RK

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