Neuer Weltrekord für Magnetband-Speicher

  • 08. August 2017

Erstmals Daten mit einer Speicherdichte von 201 Giga­bits pro Quadrat­zoll geschrieben.

Wissenschaftler vom IBM Forschungszentrum in Rüschlikon bei Zürich haben erstmals Daten mit einer Speicher­dichte von 201 Gigabits pro Quadrat­zoll auf einem von Sony Storage Media Solutions ent­wickelten „Sputtered Magnetic Tape“-Proto­typen geschrieben. Das entspricht einer Erhöhung der Speicher­dichte um das mehr als das Zwanzig­fache im Vergleich zu neuesten, kommer­ziell erhält­lichen Magnet­band-Speicher­systemen. Mit der neuen Techno­logie könnte eine Kassette bis zu 330 Tera­byte an unkompri­mierten Daten speichern.

Magnetband

Abb.: Schematischer Aufbau des „Sputtered Magnetic Tape“-Proto­typen. (Bild: IBM)

„Im Vergleich zu heutigen kommerziellen Barium-Ferrit-Speicher­bändern werden die Kosten für mit dem Sputter-Verfahren herge­stellte Magnet­bänder voraus­sicht­lich etwas höher sein. Aber dank des sehr hohen Speicher­potenzials werden die Kosten pro Tera­byte dennoch konkurrenz­fähig mit anderen Speicher­techno­logien sein. Damit bietet sich die Techno­logie auch für den Einsatz im Cold Storage, also der Speicherung von wenig genutzten Daten in der Cloud an“, erklärt Evangelos Elef­theriou vom IBM Forschungs­zentrum.

Um die Rekord-Speicherdichte zu erzielen, nutzen die Wissen­schaftler ein Speicher­band, bei dem die Magnet­schicht mittels Kathoden­zerstäubung aufge­tragen wurde. Durch dieses Verfahren sind eine extrem feine Verteilung der Magnet­partikel auf dem Band und damit eine höhere Speicher­dichte möglich. Zudem ent­wickelten die Wissen­schaftler ver­schiedene wichtige Techno­logien für Band­speicher­systeme weiter: Inno­vative Algo­rithmen zur Signal­verar­beitung im Daten­kanal ermög­lichen eine zuver­lässige und sehr schnelle Daten­detektion trotz Einsatz eines extrem schmalen, 48 Nano­meter breiten, tunnel­magneto­resis­tiven Lese­kopfes bei einer linearen Dichte von 818.000 Bits pro Zoll. Eine verbes­serte Servo-Steuer­technik erlaubt eine hoch­präzise Positio­nierung des Lese- und Schreib­kopfes mit einer Genauig­keit von weniger als sieben Nano­metern und ermög­licht damit eine Spur­dichte von 246.200 paral­lelen Spuren pro Zoll. Außer­dem erlaubt eine neu­artige Techno­logie für reibungs­arme Lese- und Schreib­köpfe die Ver­wen­dung von extrem glatten Magnet­band­ober­flächen.

IBM / RK

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  • 30. November 2017

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