Energie und Information unter einem Dach

  • 28. June 2017

Zentrum für Energie und Information in Garching fertiggestellt.

Die Energieforschung der Technischen Universität München (TUM) hat ihre eigene Adresse: Im neuen Zentrum für Energie und Information ZEI auf dem Forschungs­campus Garching werden künftig Wissenschaftler inter­disziplinär an der Umsetzung der Energie­wende arbeiten. Der Begriff „Information“ im Namen des Zentrums hat dabei eine doppelte Bedeutung: Er steht für neue digitale Kommunikations-Technologien, die für die Zukunft der Energie­versorgung essentiell sind, aber auch für den Dialog der Wissenschaft mit der Bevölkerung. Dieses Konzept ist international eine Novität.

Abb.: Das neue Zentrum für Energie und Information (Bild: U. Benz / TUM)

Abb.: Das neue Zentrum für Energie und Information (Bild: U. Benz / TUM)

Das neue Gebäude ist gleichzeitig der Sitz der Munich School of Engineering (MSE), in der die Energie­forschung der TUM zusammen­geführt wird. Der Forschungs­neubau stellt die Schlüssel­maßnahme des Freistaats Bayern für die wissenschaftliche Begleitung der Energiewende dar. Hierzu hatte die TUM mehrere auf die Energie­forschung fokussierte Professuren neu geschaffen (u. a. Technische Elektrochemie, Erneuerbare und Nach­haltige Energie­systeme, Elektrische Energie­speicher­technik). Thomas Hamacher leitet die MSE. Sie verkörpert als „Integratives Forschungs­zentrum“ mit fakultäts­gleichem Promotionsrecht das disziplinen­übergreifende Energie­forschungs­konzept der TUM.

„In der MSE finden die klassischen Ingenieur- und Natur­wissenschaften mit ihren verschiedenartigen Forschungs­kulturen zueinander und befruchten sich gegenseitig", erklärt TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann. „Durch die unmittelbare Nachbarschaft zur Chemie, Physik, Mathematik und Informatik sowie der Fakultät für Maschinen­wesen, der Forschungs-Neutronen­quelle FRM II und künftig auch der Elektro- und Informations­technik sind in der neuen Forschungs­struktur Synergie­effekte zu erwarten, die zu unserer internationalen Wettbewerbs­fähigkeit entscheidend beitragen.“

Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle: „Mit Blick auf eine zukunfts­fähige und nachhaltige Energie­versorgung zählt die Energie­forschung zu den wesentlichen Schwer­punkten bayerischer Forschungs- und Technologie­politik. Ich freue mich, dass die TU München mit dem Zentrum für Energie und Information als einer der beiden Spitzen­standorte für inter­disziplinäre Energie­forschung in Bayern nun ein hoch­modernes Forschungs­zentrum und eine sichtbare Adresse für dieses Zukunfts­gebiet erhält. Um exzellente Rahmen­bedingungen für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu schaffen, fördern wir den Neubau mit 17 Millionen Euro aus dem bayerischen Energieforschungsprogramm.“

Auf drei Etagen mit einer Bruttogeschossfläche von insgesamt rund 5500 Quadrat­metern sind Büroräume für nahezu 100 Wissenschaftler zu finden. Dort werden Nachwuchs­forscher­gruppen und die Direktion der MSE, der Lehrstuhl für Erneuerbare und Nachhaltige Energie­systeme (Hamacher) und die an Verbund­forschungs­projekten beteiligten Professoren untergebracht.

„Für die Umsetzung der Energiewende brauchen wir Experten aus allen Bereichen“, erklärt Thomas Hamacher, Direktor der MSE. „Der Freistaat Bayern hat mit dem Zentrum für Energie und Informationen einen Ort für diese Zusammen­arbeit geschaffen.“ In Zukunft werden nicht mehr große Kraftwerke die Strom­erzeugung übernehmen, sondern die Erzeugung erfolgt immer mehr dezentral. Für die Vernetzung und Steuerung der Erzeuger und Verbraucher sind daher intelligente Stromnetze erforderlich. „Hier ist viel Kommunikation nötig“, so Hamacher. Die Informationstechnologie ist aus der Zukunft der Energie­versorgung nicht mehr wegzudenken. Im neuen Forschungs­gebäude steht in einer Simulations­halle unter anderem ein Smart-Grid zur Verfügung. Es wird unter Real­bedingungen getestet und ist auch an das lokale Stromnetz angeschlossen.

Ein zweites großes Forschungsfeld sind die Dienst­leistungen, die in Zukunft immer mehr durch Strom zur Verfügung gestellt werden, so zum Beispiel bei der Wärme­erzeugung und für den Betrieb von Elektro­autos. Um die Energetik der Elektro­mobilität zu erforschen, werden Ladestationen vor dem Gebäude installiert und Elektro­fahrzeuge angeschafft. Weitere wichtige Themen sind die Batterie­forschung, organische Photo­voltaik, Photo­katalyse und nach­haltiges, energie­effizientes Bauen.

Der Begriff „Information“ im Namen des neuen TUM-Zentrums steht aber nicht nur für die Informations­technik. Im Atrium werden regelmäßig Ausstellungen zum Thema Energie stattfinden. Gemeinsam mit dem Munich Center for Technology in Society (MCTS) wird die MSE im großen Forums­saal Dialoge und Diskussionen mit der Bevölkerung über Energie­themen organisieren. „Wir brauchen die Kommunikation mit den Menschen, um Verständnis und Akzeptanz für Maßnahmen der Energie­wende zu schaffen“, sagt TUM-Präsident Herrmann. „Dabei ist es wichtig, die Zusammenhänge realistisch darzustellen und dabei beispielhaft zu erklären, dass die Energie­wende ein komplexes, hochvernetztes System darstellt, das vielfältige wissenschaftlich-technische Herausforderungen zu bewältigen hat.“ Das Bauvorhaben mit einem Investitions­volumen von 17 Millionen Euro wurde vom Bayerischen Staats­ministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst gefördert.

TUM / DE

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