Neues Zentrum für Spin-Phänomene

  • 06. June 2017

Laboratory for Advanced Spin Engineering soll 2020 in Kaiserslautern eröffnen.

Auf dem Campus der Tech­nischen Uni­versität Kaisers­lautern entsteht bis 2020 ein neues Forschungs­gebäude. Im Labora­tory for Advanced Spin Engi­neering, kurz LASE, werden Forscher aus Physik, Chemie, und den Ingenieur­wissenschaften Spin-Phänomenen auf den Grund gehen. Diese machen viele Techno­logien wie beispiels­weise das Speichern großer Daten erst möglich. Heute fand der Spaten­stich für das neue Forschungs­labor statt.

Abb.: Ein Modell des neuen Forschungsgebäudes für das Laboratory for Advanced Spin Engineering LASE in Kaiserslautern. (Bild: LBB Ndl. Kl. / P+B R. Becker Architekten GmbH Berlin)

Abb.: Ein Modell des neuen Forschungsgebäudes für das Laboratory for Advanced Spin Engineering LASE in Kaiserslautern. (Bild: LBB Ndl. Kl. / P+B R. Becker Architekten GmbH Berlin)

Wenn wir heute Musik und Videos trotz riesiger Daten­mengen aus dem Internet streamen können oder unsere Autos dank Anti­blockier­system sicher bremsen, verdanken wir das der Spin-Forschung. Der Eigen­drehimpuls von Elektron oder Proton bildet die Grundlage für alle magne­tischen Phänomene. Techno­logisch sind solche Phänomene heut­zutage vor allem für das schnelle Speichern großer Daten­mengen und die Entwicklung moderner Sensoren interes­sant. An der TU Kaisers­lautern arbeiten Forscher­teams aus unter­schiedlichen Disziplinen schon lange an ver­schiedenen Spin-Phänomen. Gleich in vier von sieben Sonder­forschungs­bereichen beschäftigen sich die Wissen­schaftler mit der Thematik. „Dies unter­streicht die erheb­liche Bedeutung dieses Forschungs­gebietes für unseren Standort“, sagt der LASE-Sprecher Martin Aeschli­mann. „Was bis jetzt fehlte, war ein gemein­sames Dach für all diese Forschungs­vorhaben, und genau das wird unser Forschungs­neubau LASE bieten.“

Rund 100 Wissen­schaftler aus Chemie, Physik und den Ingenieur­wissenschaften werden ab 2020 Labore und Büros beziehen, um bekannte Anwen­dungen des Spins besser zu erforschen und um neue Techniken zu ent­wickeln. Auch der wissen­schaftliche Nachwuchs wird in LASE seinen Platz haben. Stu­dierende können schon während des Studiums bei Forschungs­projekten mitwirken und Dok­toranden haben die Möglich­keit, an modernsten Geräten und in inter­disziplinären Teams zu forschen. „Das künftige Forschungs­gebäude LASE belegt, dass wir an der TU Kaisers­lautern auf dem Gebiet der Spin-Forschung hervor­ragend aufge­stellt sind. Der Neubau wird eine sichtbare Strahl­kraft weit über unseren Campus und die Region hinaus entwickeln“, sagt Universitäts­präsident Helmut J. Schmidt.

Das Gebäude wird eine Nutzfläche von über 3300 Quadrat­metern haben und mit modernsten Forschungs­geräten ausge­stattet sein. So erlauben beispiels­weise hoch­auflösende Helium­mikroskope einen besseren Blick auf Nano­strukturen von modernen magne­tischen Sensoren und Speicher­elementen. Auch andere Forschungs­methoden wie ultra­kurze Röntgen­laserpulse werden den Arbeits­alltag bestimmen. Geplant ist des Weiteren, dass das Nano Struc­turing Center (NSC) der TU Kaisers­lautern im Neubau unterkommt. Dazu soll unter anderem ein hoch­moderner Reinraum einge­richtet werden. Beim Bau des Gebäudes müssen besondere technische Anfor­derungen berück­sichtigt werden, dazu zählen unter anderem die Stabilität der Raum­temperatur, Erschütterungs­sicherheit, Vermeidung von Licht­einfall und die Reinheit der Labor­luft.

Auch der rhein­land-pfälzische Wissenschafts­minister Konrad Wolf zeigt sich erfreut: „Dass die Landes­förderung in der Forschungs­initiative kata­lytische Wirkung hat, zeigen zahl­reiche Erfolge, die die Techn­ische Uni­versität Kaisers­lautern und ihre For­scherinnen und Forscher an der Schnitt­stelle von Physik, Chemie und Material­wissenschaften erreicht haben. Der Forschungs­bau ist hierfür ebenso Ausweis wie die Sonderforschungs­bereiche der Deutschen Forschungs­gemeinschaft und zahl­reiche weitere Drittmittel­einwerbungen.“ Der Bund und das Land Rheinland-Pfalz stellen für den Bau rund 40 Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich gibt es für acht neue Groß­geräte Mittel in Höhe von 6,8 Millionen Euro.

TU KL / JOL

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