Frische Brötchen für die Raumstation

  • 24. May 2017

Wettbewerb INNOspace Masters prämiert neue Ideen für die Raumfahrt der Zukunft.

Wie können die Entwicklung und die Produktion von Satelliten, Nutzlasten und Träger­systemen verbessert werden? Diese Frage galt es beim zweiten INNOspace Masters Wettbewerb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zu beantworten. Gefolgt sind dem Aufruf, zukunfts­weisende Ideen für die Raumfahrt einzureichen, mehr als 140 Teilnehmer aus Unternehmen, Start-Ups, Universitäten und Forschungs­einrichtungen in zehn europäischen Ländern. Von den 66 Projektvorschlägen haben es neun Entwürfe bis in die Endrunde des Ideen­wettbewerbs geschafft. Die Gewinner in den drei Kategorien des Wettbewerbs überzeugten mit ihren Lösungen für neuartige Energie­speicher für Satelliten, Produktionstechniken im Baukasten­prinzip und einer Technologie, welche die Zubereitung frischer Backwaren im Weltraum ermöglicht. Überreicht wurden die Preise im Rahmen der INNOspace Masters Konferenz am 17. Mai 2017 von der Bundeswirtschafts­ministerin und Beauftragten der Bundes­regierung für die Luft- und Raumfahrt, Brigitte Zypries, in Berlin.

Abb.: Rege Teilnahme bei der Preisverleihung (Bild: DLR)

Abb.: Rege Teilnahme bei der Preisverleihung (Bild: DLR)

„Space 4.0, Industrie 4.0 und Digitalisierung sind drei zentrale und eng miteinander verbundene Zukunfts­trends der Raumfahrt, für die wir Innovationen und Ideen brauchen", betonte Zypries. „Damit diese Ideen und Innovationen entstehen, benötigen wir einen intensiveren Austausch zwischen den verschiedenen Wirtschafts- und Technologie­bereichen. Der Ideen­wettbewerb INNOspace Masters beflügelt genau das und zeigt beeindruckende Lösungs­vorschläge für neue Technologien und Verfahren." Eröffnet wurde die Preisverleihung von Gerd Gruppe, Vorstand des DLR Raumfahrt­managements. „Mit dem Wettbewerb haben wir im DLR Raumfahrt­management die Suche nach neuen Konzepten und Lösungen aus anderen Branchen für die Raumfahrt aufgenommen", unterstrich Gruppe. „In jeder der drei Wettbewerbs­kategorien mussten sich die Teilnehmer einer Experten-Jury stellen. Die vielen guten Ideen haben uns die Auswahl der Gewinner schwer gemacht. Dieser Wettbewerb zeigt, dass Raumfahrt eine hochinnovative Industrie ist."

Das Projekt „Wall#E" vom Institut für Raumfahrtsysteme der TU Braunschweig überzeugte die Jury der „DLR Raumfahrt­management-Challenge", die sich auf die Forschungs- und Entwicklungs­phase konzentriert. „Wall#E" ist gleichzeitig der Gesamt­gewinner des INNOspace Masters 2017. Strukturen aus Karbon­fasern sollen in die tragenden Strukturen von Satelliten und Raumfahrzeugen integriert und mit neuartigen Feststoffbatterie-Materialien ausgestattet werden. Hierdurch würden Masse und Volumen eingespart, wodurch sich die Entwicklungs- und Startkosten für die Missionen reduzieren. Langfristig könnte die neue Technologie auch für Träger­raketen­systeme, Raumstationen und Bau­konstruktionen auf der Erde Anwendung finden.

Gewinner der „Airbus Defence and Space-Challenge", in der Vorschläge für bereits einsatzfähige Lösungen eingereicht werden können, ist das Projekt „MSP" (Modulare Mikro­Satelliten­Produktion). In der Raumfahrt werden zunehmend Mega­konstellationen und Formationen von Kleinst­satelliten eingesetzt. Um die aufkommende Massen­produktion im Sinne der Industrie 4.0 umsetzen zu können, hat das Zentrum für Telematik e.V. in Würzburg neue Methoden und Werkzeuge für die Produktion von Satelliten in die Raumfahrt transferiert. Dabei wird die Produktion der Elektronik modular, also im Baukasten­prinzip, aufgebaut und standardisiert werden. Schwerpunkt bei dem Projekt ist die zukünftige Zusammen­arbeit von Mensch und Roboter.


Frische Brötchen für die Astronauten: Mit dieser Idee hat die Bake in Space GmbH aus Bremen die Kategorie der „ESA BIC Startup-Challenge" gewonnen, die nach konkreten Geschäftsideen für Start-ups suchte. Zu diesem Zweck wird ein weltraum­qualifizierter Ofen zum Backen einer für die Weltraum­umgebung geeigneten Teigmischung gebaut. Frisches Essen im Weltraum herstellen zu können, steigert die Lebens­qualität und das Wohlbefinden der Menschen, die für längere Zeit im Weltall leben und arbeiten müssen, etwa an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Besonders interessant ist diese Versorgung mit frischen Lebens­mitteln auch im Hinblick auf die Langzeit­missionen von morgen, wie etwa einen Flug zum Mars.

DLR / DE

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