DPG-Jahrestagung in Münster

  • 10. March 2017

Deutsche Physikalische Gesellschaft lädt vom 27. und 31. März 2017 nach Münster.

Knapp 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zur diesjährigen Jahres­tagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster erwartet. Zwischen dem 27. und 31. März 2017 stehen mehr als 1.500 Fach­beiträge auf dem Programm. Die Themen reichen von aktuellen Fragen der Forschung in der Teilchen­physik und der Physik der Hadronen und Kerne sowie der Medizin­physik bis hin zu Fragen der Abrüstung, Chancen­gleichheit oder der Energiewende.

Abb.: DPG-Jahrestagung in Münster vom 27. bis 31. März 2017 (Bild: WWU / Klein-Bösing)

Abb.: DPG-Jahrestagung in Münster vom 27. bis 31. März 2017 (Bild: WWU / Klein-Bösing)

Die Frühjahrstagungen sind ein zentraler Bestandteil der Aktivitäten der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Zugleich sind sie wichtige Plattformen für Studierende, auf denen sie ihre Forschungs- oder Abschluss­arbeiten oft zum ersten Mal einem größeren Fach­publikum vorstellen. Darüber hinaus hat der Nachwuchs dort die Möglichkeit, mit erfahrenen Physikern aus Wissenschaft oder Industrie ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und sich Anregungen für die Berufs- und Karriere­planung einzuholen.

Neben dem wissenschaftlichen Programm finden auch allgemein­verständliche, öffentliche Veranstaltungen für interessierte Bürgerinnen und Bürger statt. Weiterhin gibt es am 28. März im Institut für Kern­physik und im Schüler­labor „MExLab Physik“ den Tag der Schul­physik mit Workshops für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräften. Der Lise-Meitner-Vortrag von Johanna Stachel am gleichen Tag richtet sich insbesondere auch an Schülerinnen und Schüler.

Generell bietet die DPG Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit, kostenfrei an einem Tag ihrer Wahl an der Tagung teilzunehmen. Dazu reicht die Vorlage einer Bestätigung der Schule.

Die Frühjahrstagung in Münster ist gleichzeitig die mittlerweile 81. Jahrestagung der DPG. Auf dem Festakt am Mittwoch, den 29. März 2017, verleiht die DPG ab 10:15 Uhr traditions­gemäß zahlreiche Preise, darunter ihre beiden höchsten Auszeichnungen.

Die Max-Planck-Medaille für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen Physik geht an Herbert Spohn von der TU München. Damit würdigt die DPG seine bedeutenden Beiträge zur Statistischen Physik hinsichtlich der Aufklärung des Übergangs von mikroskopischer Physik zu makroskopischem Verhalten.

Die Stern-Gerlach-Medaille für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der experimentellen Physik erhält Laurens W. Molenkamp von der Universität Würzburg in Würdigung seiner experimentellen Beobachtungen des topologischen Isolatorzustands in HgTe-Quantentöpfen. Bekannt ist dieser neue Zustand der kondensierten Materie spätestens seit der Verleihung des Physik-Nobelpreises im vergangenen Jahr. Molenkamps bahnbrechende Arbeiten haben die Basis für das neue Forschungs­gebiet der topologischen Quanten­materialien gelegt und eröffnen faszinierende Anwendungen.

Grußworte halten Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW, sowie Markus Lewe, Ober­bürger­meister der Stadt Münster. Den Festvortrag hält Karsten Danzmann vom Max-Planck-Institut für Gravitations­physik in Hannover. Er berichtet über die Entdeckung der Gravitations­wellen und wie sich das dunkle Universum anhört.

Ferner erhalten Siegfried Großmann, Emeritus der Philipps-Universität Marburg, sowie Reimar Lüst, Universität Hamburg, die DPG-Ehren­mitgliedschaft ausgesprochen.

Großmann setzt sich bis heute begeistert für die Förderung der Physik ein. Hervorzuheben sind seine vielen, oft bahnbrechenden Veröffentlichungen über verschiedene Teilgebiete der Physik, insbesondere über die Nichtlineare Dynamik sowie über die Turbulenz­theorie. Die DPG ehrte ihn dafür bereits unter anderem mit der DPG-Ehrennadel sowie der Max-Planck-Medaille.

Lüst blickt auf eine einzigartige Karriere als Forscher, Wissenschaftsmanager, Politikberater und herausragender Kommunikator der Natur­wissenschaften zurück. Zusammen mit Arnulf Schlüter hat er unter anderem die Gleich­gewichts­konfigurationen und Stabilitäts­bedingungen für heiße magnetisierte Labor­plasmen in axial­symmetrischen Anordnungen (z.B. im Tokamak) abgeleitet und somit diesen Zweig der Kern­fusions­forschung mitbegründet. Er war Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Generaldirektor der European Space Agency und Präsident der Humboldt-Stiftung.

DPG / DE

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