Stabwechsel in der Schwerionenforschung

  • 09. March 2017

Amtseinführung von Paolo Giubellino als neuer wissenschaftlicher Geschäftsführer von GSI und FAIR .

Mit einer Festveranstaltung ist Paolo Giubellino, der erste gemeinsame wissenschaftliche Geschäfts­führer der GSI Helmholtz­zentrum für Schwerionen­forschung GmbH und der Facility for Antiproton and Ion Research in Europe GmbH (FAIR GmbH), in Darmstadt in sein Amt eingeführt worden. An der Veranstaltung im Wissenschafts- und Kongress­zentrum „Darmstadtium“ nahmen zahlreiche Vertreter aus der Politik, den Universitäten und Partner aus den internationalen wissenschaftlichen Kollaborationen teil.

Abb.: Paolo Giubellino ist erster gemeinsamer Wissenschaftlicher Geschäftsführer von FAIR und GSI. (Bild: G. Otto, GSI)

Abb.: Paolo Giubellino ist erster gemeinsamer wissenschaftlicher Geschäftsführer von FAIR und GSI. (Bild: G. Otto, GSI)

Grußworte sprachen Georg Schütte, Staatssekretär im Bundes­ministerium für Bildung und Forschung und Vorsitzender von GSI-Aufsichtsrat und FAIR-Council, sowie Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Grüße überbrachten auch Rolf Bernhardt, Ministerial­dirigent im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, außerdem der Darmstädter Ober­bürgermeister Jochen Partsch und Angela Bracco, die Vorsitzende des „Nuclear Physics European Collaboration Committee (NuPECC)“, eines Experten­komitees der Europäischen Wissenschafts­stiftung ESF (European Science Foundation).

Der 56 Jahre alte italienische Physiker Paolo Giubellino tritt als wissenschaftlicher Geschäfts­führer die Nachfolge von Boris Sharkov bei FAIR und von Karlheinz Langanke bei GSI an. Damit ist die gemeinsame Führungs­spitze von GSI und FAIR komplett. Auch der neue wissenschaftliche Geschäfts­führer übernimmt seine Aufgaben in Personal­union für GSI und FAIR wie zuvor bereits die administrative Geschäfts­führerin Ursula Weyrich seit Ende 2014 und der technische Geschäfts­führer Jörg Blaurock seit Anfang 2016. Der GSI-Aufsichtsrat und die FAIR-Gesellschafter­versammlung hatten die Personal­entscheidung für Paolo Giubellino im September 2016 bekannt gegeben, im Januar 2017 hat er sein Amt angetreten.

Georg Schütte, Staatssekretär im Bundes­ministerium für Bildung und Forschung und Vorsitzender des GSI-Aufsichtsrats und des FAIR-Council, sagte: „Mit der Übernahme der wissenschaftlichen Geschäfts­führung durch Paolo Giubellino ist die gemeinsame Führungs­spitze von GSI und FAIR komplett. Mit Paolo Giubellino ist gewähr­leistet, dass zukünftig exzellente Forschung an FAIR betrieben werden kann. Die Basis dafür wird bei GSI mit den derzeitigen Forschungs­arbeiten gelegt. Ich wünsche den drei Geschäfts­führern Paolo Giubellino, Ursula Weyrich und Jörg Blaurock viel Erfolg bei der heraus­fordernden Aufgabe, FAIR in dem mit den internationalen Partnern vereinbarten Rahmen zu verwirklichen.“

Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, betonte die internationale Bedeutung der Personal­entscheidung: „Mit seinen wissenschaftlichen Leistungen und seiner heraus­ragenden Begabung, ein internationales Team zu führen, ist Paolo Giubellino eine große Bereicherung für unsere Gemeinschaft und für den Standort Darmstadt. Seine Verpflichtung zeigt auch, wie attraktiv die Helmholtz-Forschung weltweit ist. Mit dem neuen Leitungs­team, zu dem auch Ursula Weyrich und Jörg Blaurock gehören, sind GSI und FAIR für die großen Zukunfts­aufgaben hervor­ragend aufgestellt."

Der Amtsbeginn von Paolo Giubellino fällt in eine spannende Zeit für GSI und FAIR: In diesem Jahr soll der Hoch- und Tiefbau von FAIR starten, um eines der ambitioniertesten und größten Vorhaben für die Forschung weltweit in internationaler Zusammen­arbeit zu realisieren. Zudem schreitet die Weiter­entwicklung des Forschungs­campus voran. Die bestehende Beschleuniger-Anlage wird technisch aufgerüstet und ertüchtigt, um Wissenschaftlern aus aller Welt ein exzellentes Forschungs­programm zu ermöglichen.

Die NuPECC-Vorsitzende Angela Bracco sagte: „FAIR wird für Jahrzehnte die europäische Vorzeige-Einrichtung für Hadronen- und Kernphysik werden. Die weltweit einzigartige FAIR-Anlage ermöglicht noch nie dagewesene, zukunfts­weisende Forschung in einem breiten Spektrum von Grundlagen­forschung bis zu angewandten Forschungs­disziplinen.”

In seinem Festvortrag gab Paolo Giubellino einen Ausblick in die Zukunft. Und er ist begeistert von seiner neuen Arbeits­stätte: „Das Forschungs­potenzial ist einmalig. An FAIR wird eine nie dagewesene Vielfalt an Experimenten möglich sein, durch die Physiker aus aller Welt neue Einblicke in den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums, vom Urknall bis heute, erwarten können. Das FAIR-Projekt garantiert eine zukunftsträchtige Weiter­entwicklung nicht nur am Standort Darmstadt, sondern auch für die Grundlagen­forschung in ganz Europa und darüber hinaus.“ Auch den wissenschaftlichen Nachwuchs hat der neue wissenschaftliche Geschäfts­führer im Blick: „Wir benötigen schon jetzt viele kluge Köpfe, hoch­qualifizierte Nachwuchs­kräfte, die ihr Talent und ihr Knowhow für den Aufbau von FAIR einsetzen.“ Paolo Giubellino versprach: „Ich werde mit ganzem Engagement dazu beitragen, dass wir gemeinsam das große Forschungs­potenzial von GSI und FAIR voll ausschöpfen können.“

Paolo Giubellino ist seit Januar 2017 Wissenschaftlicher Geschäftsführer der GSI Helmholtz­zentrum für Schwerionen­forschung GmbH und der Facility for Antiproton and Ion Research in Europe GmbH (FAIR GmbH). Die Forschungs­schwerpunkte von Paolo Giubellino sind die Physik hoch­energetischer Schwer­ionen­stöße und die dabei erzeugte Materie. Nach seinem Studium an der Universität Turin und der University of California in Santa Cruz war er an zahlreichen Schwerionen­experimenten am europäischen Kern­forschungs­zentrum CERN in der Schweiz beteiligt. Beim dortigen ALICE-Experiment hat er seit Anfang der 1990er Jahre verschiedene verantwortliche Positionen übernommen. Seit 2011 war Giubellino der Sprecher von ALICE bei CERN. Zudem ist er seit 1985 auch in der Sektion Turin am italienischen nationalen Kernphysik­institut (Istituto Nazionale di Fisica Nucleare, INFN) tätig. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten konnte er bereits zahlreiche Auszeichnungen entgegennehmen. So erhielt er unter anderem 2014 den Lise-Meitner-Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft, außerdem den Enrico-Fermi-Preis, die höchste Würdigung der Italienischen Physikalischen Gesellschaft (2013). Im Jahr 2012 wurde er vom italienischen Staats­präsidenten Napolitano für seine wissenschaftlichen Verdienste zum „Commendatore della Repubblica Italiana“ ernannt und 2016 in die Academia Europaea gewählt.

GSI / DE

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