Immunregulation durchleuchtet

  • 13. February 2017

Kopplung von Regulator und Effektorprotein sorgt für Kontrolle der angeborenen Immunabwehr.

Wie kontrolliert unser Körper seine gefährlichen Waffen zur unmittelbaren Verteidigung gegen Pathogene (z.B. Viren, Bakterien), ohne dabei die eigenen Zellen zu schädigen? Dies untersuchte jetzt eine internationale Forscher­gruppe, zu der auch der Biophysiker Jacob Piehler und der Genetiker Jürgen Heinisch vom Fach­bereich Biologie/Chemie der Universität Osnabrück zählen. Sie fanden einen neuen Mechanismus, der sicher­stellt, dass die Stimulation der angeborenen Immun­abwehr verlässlich gezügelt wird.

Abb.: Biophysiker entschlüsseln einen wichtigen molekularen Mechanismus zur Kontrolle der angeborenen Immunabwehr. (Bild: U. Lewandowski, U. Osnabrück)

Abb.: Biophysiker entschlüsseln einen wichtigen molekularen Mechanismus zur Kontrolle der angeborenen Immunabwehr. (Bild: U. Lewandowski, U. Osnabrück)

Der menschliche Körper kann einen Befall durch Pathogene, aber auch entartete Zellen als Ursache von Krebs­erkrankungen, sehr frühzeitig erkennen und lokal bekämpfen. Dafür werden Botenstoffe eingesetzt, mit denen erkrankte Zellen die sie umgebenden, gesunden Zellen warnen. Diese Botenstoffe, die Interferone, starten in den Zielzellen ein Abwehr­programm, welches die Ausbreitung des Pathogens auf die gesunde Zelle massiv erschwert.

Allerdings werden durch die Abwehr­maßnahmen auch die gesunden Zellen geschädigt, so dass diese angeborene Immun­abwehr ein zwei­schneidiges Schwert darstellt. Daher ist es für den Organismus überlebens­wichtig, das Ausmaß dieser Abwehr mittels molekularer Regulatoren sehr genau zu kontrollieren. Die Forscher fanden heraus, dass ein wichtiger solcher Regulator einen Effektor benutzt, der zentrale Aufgaben bei der Signal­vermittlung in der Zielzelle übernimmt.

„Diese unmittelbare Kopplung von Regulator und Effektorprotein sorgt dafür, dass die angeborene Immun­abwehr immer in einer produktiven Balance gehalten wird und so der Organismus vor einer Überreaktion geschützt wird”, so Piehler. Dieses mechanistische Verständnis der Funktion des Regulators eröffnet neue therapeutische Strategien, um zum Beispiel virale Erkrankungen oder Krebs durch gezielte Unterstützung körpereigener Abwehr­mechanismen zu bekämpfen.

U. Osnabrück / DE

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  • 02. November 2017

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