Stromspeicherung auf großen Skalen

  • 07. February 2017

Bosch und EnBW bauen Lithium-Ionen-Batteriespeicher für Primärregelleistung.

Was macht Stromspeicher zu elementaren Bausteinen für eine erfolgreiche Energiewende? Der stetige Ausbau dezentraler Erzeugungs­anlagen und ihre je nach Wetterlage unterschiedliche Einspeisung ins Stromnetz verursachen natürliche Schwankungen. Diese müssen unter anderem durch Speicher so effizient wie möglich ausgeglichen werden. Bosch und EnBW entwickeln nun gemeinsam einen Stromspeicher, der am Kraftwerks­standort der EnBW in Heilbronn aufgebaut wird, um Primär­regel­energie bereitzustellen, also kurzfristige Schwankungen im Netz auszugleichen. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit bei Batterie­lösungen für den Energie­markt. Im ersten Schritt wollen die beiden Unternehmen eine gemeinsame Projekt­gesellschaft gründen, die für Projektierung, Bau, Anschluss und Betrieb der Batterie verantwortlich ist. Der Start­schuss für das Vorhaben fiel Ende 2016, die Gründung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartell­behörden.

„Die Zusammenarbeit mit EnBW ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die Speicher­technologie im Energie­markt zu etablieren und so die Energie­wende erfolgreich zu gestalten“, sagt Cordelia Thielitz, Geschäfts­führerin Bosch Energy Storage Solutions. Bosch entwickelt schlüssel­fertige Speicher­lösungen für Energie­versorger und Industrie­unternehmen. EnBW treibt entschlossen die Energie­wende voran, indem sie zunehmend auf erneuerbare Energien setzt, aber auch, indem sie Lade­infra­struktur für die Elektro­mobilität schafft und Strom­kunden mit Photo­voltaik-Anlagen und Speichern von den Möglichkeiten einer dezentralen Strom­versorgung profitieren lässt.

„Im Speichern von Energie und dem Bereitstellen von Primär­regel­leistung haben wir viel Erfahrung. Wir freuen uns, dass wir durch die Zusammen­arbeit mit dem Technologie­partner Bosch jetzt einen weiteren Baustein für die dezentrale Energiewelt der Zukunft entwickeln und erproben können“, erklärt Arnim Wauschkuhn, Vertriebs­leiter Engineering & Consulting Services und bei der EnBW verantwortlich für die Zusammen­arbeit mit Bosch im Bereich Batteriesysteme.

Der Stromspeicher in Heilbronn besteht aus 768 Lithium-Ionen-Batteriemodulen und verfügt über eine maximale Leistungs­abgabe von rund fünf Megawatt mit einer installierten Speicher­kapazität von fünf Megawatt­stunden. Lithium-Ionen-Batterien können sehr kurzfristig Energie zur Verfügung stellen und sind daher bestens geeignet, Primär­regel­leistung zu erbringen. Der Speicher erbringt knapp ein Fünftel der Regel­leistung eines großen Kraftwerks und kann diese innerhalb von Sekunden und exakt dosiert aufnehmen oder abgeben. Die Strommenge, die der Speicher dabei pro Jahr aufnimmt und abgibt, entspricht etwa dem durchschnittlichen Strom­verbrauch von 400 Zwei-Personen-Haushalten.

Bosch ist für die Planung und Realisierung des Batterie­systems zuständig, die EnBW ist für Bau­leistungen und den Netz­anschluss am Standort verantwortlich. Nach einer Testphase soll der Speicher am Regel­energie­markt eingesetzt werden. Künftig wird die Anlage Primär­regel­leistung erbringen und damit die Netz­stabilität sichern. Die Primär­regel­leistung ist erforderlich, um die Netz­frequenz von 50 Hertz stabil zu halten. Sie muss innerhalb weniger Sekunden zur Verfügung stehen. Die Vermarktung des Speichers an den relevanten Märkten übernimmt die Stromhandels­abteilung der EnBW in Karlsruhe.

Bosch / DE

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