Alma: Nur so gut wie sein Master-Laser

  • 25. October 2011

Die Parabolantennen des Submillimeter-Arrays in den chilenischen Anden benötigen ein hochstabiles Referenzsignal.

Ziel der Astronomen ist es, im Atacama Large Millimeter/submillimeter Array am Ende mehr als fünf Dutzend Parabolantennen per Interferenz zusammenzuschalten. Die Anlage soll auf diese Weise kalte Regionen des Kosmos mit bislang unerreichter Auflösung untersuchen. Um die Signalphasen der 12 und 7 Meter großen Antennen präzise zu messen, ist ein besonders stabiles Referenzsignal nötig.

Drei der am Ende mehr als fünf Dutzend Parabolantennen von Alma

Abb.: Drei der am Ende mehr als fünf Dutzend Parabolantennen von Alma. (Bild: Alma, Carlos Padilla)

Dies liefert eine Hauptuhr aus einem frequenzstabilisierten 1556-Nanometer-Master-Laser der kanadischen Firma Teraxion, der seinerseits einen Koheras-Boostik-Faserlaser des dänischen Herstellers NKT Photonics enthält. Da die Antennen Abstände von bis zu 18 Kilometern untereinander haben werden, besteht eine der Anforderungen in einer besonders langen Kohärenzlänge und niedrigem Phasenrauschen.

Dies sprach für einen Laser der Koheras-Boostik-Linie, auf dem die Teraxion-Spezialisten dann ein besonders robustes Paket aufbauten. Denn Alma liegt in mehr als fünf Kilometern Höhe über dem Meeresspiegel, wo kaum noch Wasserdampf in der Luft die Submillimeter-Beobachtungen stört. Auch Erdbeben muss das System überstehen. Dass es das kann, hat es am 20. Juni unter Beweis gestellt, als eines in der Region Antofagasta die Stärke von 6,5 auf der Richter-Skala erreichte. Doch nach wie vor liefert der Master-Laser einen stabilen Takt, quasi der Herzschlag für viele kommende Jahre voller astronomischer Entdeckungen mit Alma.

Oliver Dreissigacker

Alma Opens Its Eyes from NRAO Outreach on Vimeo.

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