Lasertechnik gegen Produkt-Piraterie

  • 29. August 2018

Neues Verfahren erzeugt kostengünstig diffrak­tive Struk­turen direkt beim Spritz­guss.

Das Laser-Laboratorium Göttingen und die Unternehmensgruppe U-NICA haben gemein­sam ein neu­artiges Ver­fahren ent­wickelt, um Original-Produkte gegen Fälschungen zu schützen. Das inno­va­tive Ver­fahren ermög­licht es, in Spritz­guss­teile aus Kunst­stoff schil­lernde, schwer nach­zu­ah­mende Markie­rungen ein­zu­prägen. Das LLG und U-NICA haben das Ver­fahren gemein­sam in den ver­gan­genen drei Jahren mit weiteren Industrie­partnern zur Markt­reife ent­wickelt. Das Bundes­minis­terium für Wissen­schaft und Forschung förderte das Projekt.

Kunststoff-Formteil

Abb.: Ein abgeformtes Kunststoffteil. (Bild: LLG)

„Produktpiraterie verursacht jedes Jahr weltweit Schäden in Höhe von vielen Milli­arden Euro“, sagt Peter Simon, der zustän­dige LLG-Abtei­lungs­leiter. Opfer seien neben den Her­stellern auch die Kunden, die Produkte minderer Qualität kauften. Seit 2005 forscht sein Team über den Schutz von Pro­dukten durch Auf­bringen diffrak­tiver Struk­turen. Das sind Nano­struk­turen, die im Licht je nach Blick­winkel in unter­schied­lichen Farben schillern. Ein ent­spre­chendes Ver­fahren haben sich die Forscher bereits 2010 inter­national paten­tieren lassen.

„Wir haben das Verfahren jetzt für eine kommerzielle Nutzung im Bereich des Spritz­gusses weiter­ent­wickelt“, führt der bei der Ent­wick­lungs­arbeit feder­führende Physiker Jan-Hendrik Klein-Wiele aus. Dabei bringen die Forscher die Struk­turen mit Lasern auf die Werk­zeuge auf, mit denen die Kunst­stoff­teile her­ge­stellt würden. Die Heraus­forde­rung: Die Werk­zeuge bestehen aus sehr hartem Stahl oder sind mit sehr hartem Material beschichtet. Zudem müssen die Struk­turen so gestaltet sein, dass sich mit dem Werk­zeug eine große Zahl von Kunst­stoff­teilen her­stellen lässt. Das neue Ver­fahren erlaubt es, kosten­günstig diffrak­tive Struk­turen direkt beim Spritz­guss zu erzeugen.

Alexander Rüegg, CEO von U-NICA, sieht ein großes Markt­poten­zial in dem neuen Ver­fahren und deren Anwen­dung im Bereich des Produkt- und Marken­schutzes. Für die heute im Markt oft gefälschten holo­gra­fischen Labels auf Papier­basis besteht nun eine neue Möglich­keit, wie ein Produkt gegen Nach­ah­mungen und Fälschungen viel besser und zudem kosten­günstiger geschützt werden kann. Der Konsu­ment oder Erst­käufer eines Produkts kann so ein Original­produkt von einer Fälschung mit bloßem Auge erkennen. Zudem ist der Effekt auf einem Kunst­stoff­teil visuell sicht­bar und zusätz­lich ein Design-Element, welches das Produkt für den Käufer attrak­tiver macht.

LLG / RK

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