Townes-Award für Adolf Giesen

  • 06. June 2017

Der Physiker wurde für grundlegende Beiträge zur Entwicklung des Scheibenlasers ausgezeichnet.

Die Optical Society of America (OSA) hat Adolf Giesen, ehe­maliger Direktor des Instituts für Tech­nische Physik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raum­fahrt DLR, mit dem renom­mierten Charles Hard Townes Award ausge­zeichnet. Der Preis würdigt die grund­legenden Beiträge des Forschers zur Ent­wicklung des Scheiben­lasers und seine damit geleistete Pionier­arbeit auf dem Gebiet der Festkörper­laser. Der Preis wurde im Rahmen der Laser-Konferenz CLEO am 14. Mai 2017 in San Jose, Kali­fornien übergeben. Er ist benannt nach dem ameri­kanischen Physiker, Nobel­preisträger und Vorreiter der Laser­forschung Charles Hard Townes.

Abb.: Townes-Award-Preisträger Adolf Giesen leitete das DLR-Institut für Technische Physik bis 2016. (Bild: DLR)

Abb.: Townes-Award-Preisträger Adolf Giesen leitete das DLR-Institut für Technische Physik bis 2016. (Bild: DLR)

Adolf Giesen leitete in den Jahren 2007 bis 2016 das am DLR-Standort Stuttgart ansässige Institut für Tech­nische Physik. Das Institut erforscht mit seinen rund 70 Mit­arbeitern Laser­systeme für Anwen­dungen in der Luft- und Raumfahrt sowie in den Bereichen Sicher­heit und Vertei­digung. Aktuelle Schwerpunkt­themen sind die Detektion und Beseitigung von Weltraum­schrott, die laser­gestützte Fern­detektion von Gefahr­stoffen, Laser­effektoren großer Reich­weite und Ent­wicklungen zur laser­gestützten Flug­instrumen­tierung. „In Namen des ganzen Instituts gratuliere ich Adolf Giesen herzlich zu dieser prestige­trächtigen Aus­zeichnung. Seine Arbeiten auf dem Bereich des Scheiben­lasers haben nicht nur auf lange Zeit wichtige Impulse für die Wissen­schaft gegeben, sondern auch besonders erfolg­reich den Transfer in die indus­trielle Anwendung geschafft“, so Thomas Dekorsy, Nach­folger von Adolf Giesen als Direktor des Instituts.

Nach seiner Promotion in Physik an der Uni­versität Bonn arbeitete Giesen zunächst am DLR-Institut für Tech­nische Physik, dessen Direktor er später wurde, sowie am Institut für Strahl­werkzeuge der benach­barten Uni­versität Stuttgart. Sein größter Erfolg war die Entwicklung des Scheiben­lasers. Der Scheiben­laser ist eine Form des Festkörper­lasers, bei dem das aktive Medium eine extrem dünne Kristall­scheibe ist. So konnte das Kühl­problem im Hochleistungs­bereich gelöst werden. Gemeinsam mit seinem Team erzielte Adolf Giesen immer höhere Laser­leistungen bis in den Kilowatt-Bereich. Gleich­zeitig konnte er durch paten­tierte Optik-Konzepte dem Scheiben­laser den Weg zum kommer­ziellen Einsatz in der indus­triellen Material­bearbeitung ebnen. Heute bildet der Scheiben­laser die Grundlage einer wichtigen Produkt­linie des Werkzeug­maschinen- und Laser­technikunter­nehmens Trumpf und ist damit eine Basis im Maschinen­bau für die Industrie 4.0.

DLR / JOL

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