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  03.09.2010  

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Ballon-Rekordfahrer Piccard plant Rekord mit Solarflugzeug

Zürich (dpa) - Der Schweizer Ballon-Rekordfahrer Bertrand Piccard (49) strebt nach einem Platz an der Sonne: Mit einem neuen Solarflugzeug will er 36 Stunden in der Luft bleiben, länger als jeder Sonnenflieger bisher. Für 2011 plant Piccard mit seinem Partner André Borschberg einen Rekordflug rund um die Welt. «Das Projekt ist eine Botschaft für erneuerbare Energien», sagte Piccard am Montag in Zürich. Das silberfarbene Flugzeug mit Solarzellen auf den Flügeln werde allen zeigen, wie spannend Umweltschutz sein könne. Der Bau des Prototyps beginnt im nächsten Monat in der Schweiz. Im nächsten Jahr soll er erstmals abheben.

Auch für Luftfahrt-Pionier Piccard ist das Projekt eine Herausforderung: Nach dem kleineren Prototyp wird der endgültige Rekordflieger mit 80 Metern die Spannweite des Airbusses A380 haben. Seine Motorleistung dagegen entspricht mit zwölf PS der beim weltweit ersten Motorflug der Gebrüder Wright 1903. Und in die winzige Kanzel des Solarflugzeugs passt nur ein Mensch. Acht Jahre nach seiner Weltumrundung im Heißluftballon sieht sich Piccard aber nicht mehr nur als Abenteurer. «Der Pilot in dem Flugzeug ist nur Symbol für die Herausforderung jedes Menschen auf der Erde», sagte er. Angesichts des Klimawandels gehe es um einen Impuls für nachhaltige Entwicklung. «Wir können nicht alle Probleme mit Solarenergie lösen», erklärte er, «wohl aber alle mit Pioniergeist.»

Bei seinem Rekordflug 2011 will Piccard auf allen Kontinenten landen und für umweltfreundliche Technik werben. Zuvor allerdings müssen er und seine 35-köpfige Mannschaft erst beweisen, dass der Solarflieger in der Nacht nicht vom Himmel fällt. Die Maschine soll dazu tagsüber ihre Batterien aufladen. Für Ingenieur Borschberg der schwierigste Teil des Projekts: «Bisherige Solarflugzeuge fliegen von 10 bis 15 Uhr.» Der Prototyp soll ohne Treibstoff 36 Stunden in der Luft bleiben. 2010 möchte Piccard mit dem größeren Flugzeug den Atlantik überqueren, im Jahr darauf die Welt umrunden.

Zuversichtlich ist der Luftfahrt-Abenteurer, seit das Solar- Projekt Sponsoren gefunden hat. Sie übernehmen einen Großteil der Kosten von 70 Millionen Euro. Hauptförderer ist seit Anfang März die Deutsche Bank mit rund neun Millionen Euro. Bank-Chef Josef Ackermann sagte mit Blick auf den Klimawandel: «Wir können die Augen, die Ohren und das Herz nicht verschließen vor diesen gewaltigen Herausforderungen.» Auch die Banken stünden in der Verantwortung. «Ich stelle mich aber nicht als Testpilot zur Verfügung», schränkte Ackermann vor seinem Schweizer Landsmann Piccard ein.

Von Frank van Bebber, dpa

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