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  09.02.2010  

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05-10-2001


Der im Wasser lebende Pistolenkrebs Alpheus heterochaelis kann mit einer seiner beiden Scheren Luftbläschen erzeugen, die heftig knallend implodieren und dabei leuchten.

Wenn die Scherenhälften des Pistolenkrebses zusammenschnappen, knallt und blitzt es. Der Lichtblitz ist allerdings zu schwach, um ihn fotografieren zu können. Im unteren Bild sieht man lediglich die mit einer Lampe angestrahlten, dunklen Überreste der Blase nach dem Kollaps.

Das nur fünf Zentimeter große Tier lässt seine Schere unter Wasser mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Kilometer pro Stunde zusammenschnellen. Dabei entsteht ein Wasserstrahl, in dem sich eine Kavitationsblase bildet. Dieses Gasbläschen bewegt sich von der Schere weg und erreicht eine Größe von bis zu drei Millimetern, bevor es mit einem deutlich hörbaren Knall in sich zusammenstürzt. Mit diesem heftigen Geräusch, dem der Pistolenkrebs seinen Namen verdankt, betäubt das Tier seine Beute: vor allem Würmer, kleine Fische und Garnelen.

Wie Wissenschaftler von der Universität Twente bei Enschede und der Universität München jetzt beobachtet haben, erreicht das Gas in der kollabierenden Blase eine Temperatur von mehr als 5000 Grad und strahlt einen Lichtblitz ab \[Nature 413, 477 (2001)\]. Der Blitz ist allerdings weniger als zehn Milliardstel Sekunden lang und mit bloßem Auge nicht wahrnehmbar.

Die ungewöhnliche Methode, mit der der Pistolenkrebs Licht erzeugt, haben die Wissenschaftler "Shrimpolumineszenz" getauft. Sie ist eng mit der Sonolumineszenz verwandt, dem pulsierenden Leuchten von Gasblasen in Wasser, das durch intensiven Ultraschall verursacht wird.

von Rainer Scharf


Weitere Informationen:
How Snapping Shrimp Snap:
http://stilton.tn.utwente.nl/shrimp/

Einen Hintergrundartikel zu den Shrimp-Experimenten, der in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2000, Nr. 236 / Seite N2 abgedruckt wurde, finden Sie auf der Homepage des Autors:
http://home.t-online.de/home/rainer.scharf/faz00/faz1011.html

 

 

 

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