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  30.07.2010  

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Physik Journal - Ein Plasmaspender vereinfacht die Desinfektion der Hände.
 
Desinfektion und Sterilisation sind in Krankenhäusern eine große Herausforderung. In der EU sterben jährlich 37000 Menschen, weil sie sich in der Klinik eine Infektion eingefangen haben. Und für die etwa 21 Millionen chirurgischen Eingriffe im Jahr müssen Ärzte und OP-Personal ihre Hände nach einem minutenlangen Schema desinfizieren. Das kostet Zeit und ist fehleranfällig. Eine Arbeitsgruppe um Gregor Morfill vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching hat einen Plasmaspender entwickelt, mit dem sich viele dieser Probleme vermeiden lassen.

Plasmaspender
 
Abb.: Der Garchinger Plasmaspender desinfiziert die Hände wirkungsvoll. (Bild: MPE)
 
Der Demonstrator hat eine Elektrodenfläche von 200 cm2 und lässt sich leicht skalieren. Die beiden Elektroden sind 4 cm voneinander entfernt und bestehen jeweils aus einer Sandwichstruktur: Zwischen einem dünnen Kupferblech- und einer geerdeten Maschenelektrode aus rostfreiem Stahl befindet sich eine dünne Teflonschicht. In der Maschenelektrode entsteht das Plasma durch eine an das Kupferblech angelegte Wechselspannung von 18 kV; die Leistungsaufnahme des Geräts liegt bei 0,5 W/cm2. Das Plasma wird in der Luft erzeugt und produziert eine Reihe von reaktiven Molekülen und angeregten Atomen. Auf ein geladenes Teilchen kommen darin mehr als 109 ungeladene.
 
In Testreihen wurden Bakterien und Pilze wirkungsvoll zerstört. Meist reichten einige Sekunden, damit die Zahl der Krankheitserreger um mehrere Größenordnungen sank. Selbst wenn die Erreger durch dünne Textilien – im Versuch waren es Socken – verdeckt waren, tat das Plasma seine Wirkung. Die Forscher haben auch nachgewiesen, dass der Plasmaspender die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation in puncto UV-Strahlung, Stromstärken, Temperaturen und toxische Gase erfüllt oder gar weit unterschreitet. Außerdem finden bereits klinische Studien statt, die testen sollen, ob sich das Prinzip auf die Desinfektion chronischer Wunden übertragen lässt.

Michael Vogel
 
Quelle: Physik Journal, Januar 2010, S. 16
 
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 AH

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