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  07.09.2010  

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Einzigartiger Röntgenlaser entsteht in Hamburg
 
Hamburg (dpa) - Ein weltweit einzigartiger Röntgenlaser soll Wissenschaftlern künftig neue Einblicke in die Struktur der Materie ermöglichen. «Deutschland baut seine Spitzenstellung in der Photonenforschung mit dem Bau des Europäischen Röntgenlasers XFEL weiter aus - und wird zu einem hoch attraktiven Standort für Wissenschaftler aus aller Welt», sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am 21. Juli 2009 in Hamburg. Das Forschungsgerät entsteht dort derzeit auf dem Gelände des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY). Die 3,4 Kilometer lange Anlage verläuft von Hamburg-Bahrenfeld bis ins schleswig-holsteinische Schenefeld.
 
Schavan, Hamburgs Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach und der schleswig-holsteinische Wissenschaftsminister Jörn Biel unterzeichneten ein Abkommen zur Beteiligung an der Anlage. Außerdem legten sie den Grundstein für eine Testhalle.
 
Der Europäische Röntgenlaser soll von 2014 an Röntgen-Laserblitze «von bislang unerreichter Brillanz, Intensität und Zeitauflösung liefern», heißt es in einer Mitteilung der Ministerin. «Das ermöglicht neuartige Experimente, bei denen sich extrem kleine Strukturen, ultraschnelle Vorgänge und außergewöhnliche Materiezustände untersuchen lassen.» Die Anlage erzeugt ultrakurze Röntgenlaserblitze - 30 000 Mal in der Sekunde und mit einer einzigartigen Leuchtstärke.
 
In der Testhalle sollen laut DESY von 2011 an supraleitende Beschleunigermodule bei minus 271 Grad Celsius geprüft werden. «Danach werden die zwölf Meter langen und zehn Tonnen schweren Module in dem Haupttunnel der Röntgenlaseranlage zu einem 1,7 Kilometer langen Elektronenbeschleuniger zusammengesetzt», teilte das Forschungszentrum mit.
 
Die Laseranlage wird von 14 Partnerstaaten gemeinsam gebaut. Deutschland trägt etwas mehr als die Hälfte der Kosten von insgesamt gut einer Milliarde Euro. Hamburg und Schleswig-Holstein steuern neben 90 Millionen Euro auch die Grundstücke für die Anlage bei.
 
Gundelach sagte, der Laser sei ein «richtungsweisendes Beispiel für hervorragende Zusammenarbeit auf nationaler wie internationaler Ebene». Von den theoretischen Erkenntnissen seien auch praktische Impulse für die Wirtschaft und damit langfristig für die Arbeitsplätze zu erwarten, erklärte Biel.
 
Erst am 20. Juli 2009 hatten DESY-Physiker erstmals im umgebauten Teilchenbeschleuniger PETRA III Röntgenlicht erzeugt. Der Ring Petra III und der Linearbeschleuniger XFEL erzeugen nach DESY-Angaben verschiedene Arten der Röntgenstrahlung. Mit dem XFEL ließen sich noch kleinere Strukturen nachweisen, zum Beispiel auch die Veränderung von Molekülen in chemischen Reaktionen, erläuterte DESY-Sprecher Thomas Zoufal.
 

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