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  30.07.2010  

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Aderlass der Hochschulphysik

Universitäten haben in 10 Jahren fast 12 Prozent ihrer Physik-Professuren verloren

Bad Honnef – An deutschen Universitäten gibt es immer weniger Physik-Professuren. Zwischen 1997 und 2007 ist die Zahl dieser Personalstellen um 11,7 Prozent zurückgegangen. Dies hat die Konferenz der Fachbereiche Physik (KFP) auf der Grundlage eigener Erhebungen und von Daten des Statistischen Bundesamtes ermittelt. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und die KFP fordern die Wissenschaftsministerien der Länder auf, diesem Trend entgegenzusteuern und die Zahl der Professuren wieder aufzustocken. „Der Stellenabbau gefährdet die Qualität des Physikstudiums ebenso wie den Forschungsauftrag der Universitäten“, betont KFP-Sprecher Gerd Ulrich Nienhaus. „Den Physik-Fachbereichen wird es dadurch zunehmend erschwert, ihren Beitrag zur Linderung des Fachkräftemangels in den Naturwissenschaften zu leisten.“

Die Physik sei vom Stellenabbau weit stärker betroffen als die Mathematik und die Naturwissenschaften insgesamt. Dort liege der Rückgang bei 4,3 Prozent, so Nienhaus. Andererseits sei die Zahl der Physik-Studierenden auf einem ähnlich hohen Niveau wie 1997. „Immer weniger Dozenten müssen sich um immer mehr Studierende kümmern. Dies sind nicht die besten Voraussetzungen für gute Betreuung und zügiges Studieren. Deshalb muss die Zahl der Professuren wieder aufgestockt werden. Nur so ist gewährleistet, dass die hiesige Physik-Ausbildung auf internationalem Spitzenniveau erfolgt und das Studium attraktiv bleibt.“

DPG-Präsident Litfin unterstreicht die Bedeutung der Physik als Wirtschaftsfaktor: „Die Physik ist eine Grundlagenwissenschaft, die mit ihren Forschungsergebnissen technische Innovationen vorantreibt. Darauf ist Deutschland angewiesen – gerade angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise. Der Aderlass der Physik-Fachbereiche geht zu Lasten der Forschungsleistung und der Studierenden. Hier muss die Politik gegensteuern.“

Die DPG und die KFP haben zur Personalsituation in der Physik eine gemeinsame Erklärung verabschiedet (siehe unten stehende PDF-Datei, Seite 2).

DPG


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